Unsere Winketruppe in Berlin plant nun intensiv an einer (oder vielen) Bad Bank, die toxische Papiere übernehmen soll. Um das mal zu übersetzen, ein Mülleimer für Fehlspekulationen. Berichte dazu gibt es in allen Medien, auch in anderen Blogs, siehe Linkliste links.
Wie soll das nun funktionieren? Der Müll kommt in eine Bad Bank, dafür gibt es dann eine Anleihe vom Bund. Die wird von selbigem garantiert. Damit ist die Bank ihren Abfall los und muss dafür auch kein Eigenkapital mehr hinterlegen. Mit einem Schlag ist damit ein Unternehmen über dem eigentlich der Pleitegeier schwebt wieder eine richtige Geldmaschine.
Die Anleihe ist klar nicht für lau und muss in einem wohl sehr großzügig ausgelegten Rahmen auch wieder zurück gezahlt werden. Dabei hofft man, dass es so funktioniert – lagert man den Giftmüll lange genug, so ist er nicht mehr giftig – und man kann aus dem Verkauf die Anleihe zurück zahlen. Hofft man zumindest.
Klappt das nicht, springt der Staat ein und genau das ist der Punkt an dem es lustig wird. Auch wenn man nur selten noch den Eindruck hat, der Staat sind wir und wir bedeutet in dem Fall immer – Steuergeld – das auch wir und nicht Politiker und Banken aufbringen müssen.
Jetzt aber mal zu den Zahlen, unser Bundessteuereintreiber, der Peer, geht aktuell von 850 Mrd. Euro Müllpapers aus. Ein nette Sümmchen das eine Bad Bank da auffüllen soll. Sind wir mal optimistisch und gehen davon aus, dass der Sondermüll tatsächlich nach einiger Zeit zumindest wieder 400 Mrd. wert ist (was ich aber echt gesagt für megaoptimistisch halte), so würde dann der Steuerzahler erst mal auf uncoolen 450 Mrd. Euronen sitzen, die er dann im Winter zum heizen verwenden kann.
Sind wir mal weiter Optimisten und nehmen an, der Ausfall würde 50 : 50 aufgeteilt zwischen Staat und Banken, was ich wieder auch nicht glaube, da es ja die Banken genau wie vorher erneut belasten würde, dann bleiben wir auf netten 225 Mrd. Euros sitzen, die in den nächsten Jahren als auf die Bevölkerung umgelegt Bankverluste, aus dem Haushalt zu berappen sind. Ein nettes Sümmchen, das sich nicht mit Reichensteuer deckeln lässt.
Also um es einfach zu sagen, der Kleinanleger, der von den Banken schon über den Tisch gezogen wurde und seine Altersversorgung verzockt hat, der darf den Banken dann auch noch deren Schulden und Fehlspekulationen zahlen – ja und als Dank wählen wir auch genau die Hustentruppe die solche Ideen hat. Und weil wir das dann alle machen müssen, sind wir auch so pleite, dass man bei der Bank nicht mal mehr einen Kredit bekommt.
Als Selbständiger sehe ich das alles als eine Perversion die nicht zu toppen ist. Wir müssen die Risiken selbst tragen, haben keine Möglichkeit zu Auslagerung und sind noch die Bösen, wenn man auf Grund der Krise einen Mitarbeiter zur AA schicken muss. Staatliche Hilfe gibt es praktisch nicht und alles was im Notfall bleibt ist die Insolvenz. Gleichzeitig schöpft man Liquidität vom Markt ab durch die Abwrackprämie und verteilt diese Gelder an sog. “Schlüsselbranchen”.
Deutschland als Standort ist wirklich kein ernsthaftes Thema mehr. In nicht wenigen, mir bekannten Unternehmen, laufen bereits Alternativpläne an, für eine Verlagerung ins Ausland und das ist auch gut so, denn nur so wird man feststellen, dass man als sog. Regierung einen falschen Weg eingeschlagen hat.
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